Die an der Stockholmer Nasdaq-Börse notierte Online Casino Gruppe LeoVegas hat ihre Finanzziele 2019/2020 aufgrund der letztjährigen Entwicklungen bis 2021 aufgeschoben. Vor allem auf dem britischen Markt stehe das Unternehmen vor einer Reihe neuer Herausforderung, so das Statement Unternehmensführung.

Ein Pressefoto des LeoVegas CEOs Gustaf Hagman.

Für LeoVegas-CEO Gustaf Hagman gehen verantwortungsvolles Spielen und Wachstum Hand in Hand. ©Bildquelle

Wachstum nur verlangsamt

Trotz eines vielversprechenden Starts ins Jahr 2019 – die Umsätze stiegen im Januar um 16 Prozent auf 28,7 Mio. Euro – hat der auf Malta lizenzierte Online Casino Anbieter LeoVegas seine geplanten Wachstumsziele für 2020 offiziell zurückgezogen und auf 2021 verschoben. Begründet wird die Entscheidung mit verschiedenen „noch unbewältigten Herausforderungen“ aus letztem Jahr. Dazu gab LeoVegas an, seinen angekündigten Strategieplan weiterhin zu verfolgen, wobei die Finanzziele in absoluten Zahlen bis Ende 2021 einen Umsatz von 600 Mio. Euro sowie ein EBITDA von 100 Mio. Euro erreichen sollen.

LeoVegas-CEO Gustaf Hagman bezeichnete das Jahr 2018 im Rahmen der Bekanntgabe als das „herausforderndste Jahr in der Geschichte von LeoVegas“. Obgleich das Unternehmen das Jahr 2018 mit einem Q4-Umsatzanstieg von 25 Prozent auf 84,5 Mio. Euro sowie mit einem Anstieg des Rohertrags gegenüber dem Vorjahr beendete, verzeichnete das Unternehmen summa summarum einen Rückgang des angestrebten Betriebsergebnisses.

Eine Reihe von neuen Markt- und Regulierungs-Herausforderungen habe demnach die Pläne, einige „strategisch wichtige Projekte durchzuführen“ beeinflusst und sich außerdem auf die Bilanz ausgewirkt. Der Kurs der LeoVegas-Aktie sank folglich um 2,8 Prozent. Geschäftsführer Hagman gab sich angesichts der Entwicklungen dennoch optimistisch – man habe unter dem Strich dennoch „große Fortschritte“ zu verzeichnen, darüber hinaus hieß es:

“Wir stießen auf Herausforderungen, auf die wir zuvor noch nicht gestoßen waren. Infolgedessen sehen wir eine Verlangsamung des Wachstums. Es bleibt noch viel zu tun und zweifellos können und werden wir uns in vielen Bereichen verbessern. Wir haben viel gelernt und sind gut positioniert, um unsere langfristige Vision, Weltmarktführer im mobilen Casinosektor zu sein, zu erreichen.”

Größter Umsatzmarkt Schweden

Die aktuelle Finanzauswertung stützt Hagmans Optimismus: Unter dem Strich stiegen die Umsätze des Betreibers 2018 um satte 51 Prozent auf 327,8 Mio. Euro. Das moderate organische Wachstum stieg in den letzten drei Monaten des Jahres um insgesamt sieben Prozent, was zum Teil auf die besagte Abschwächung in Großbritannien zurückzuführen ist. Das organische Wachstum, Großbritannien ausgeschlossen, legte immerhin um 14 Prozent zu. Auch in dieser Sparte war der stärkste Monat der Dezember.

Den größten Umsatzbeitrag für LeoVegas leistete der Heimatmarkt Schweden: Hier erzielte das Unternehmen im letzten Quartal des Jahres ganze 77 Prozent aller Erträge. Dass der seit Anfang des Jahres frisch-regulierte schwedische Markt auch für Geschäftsführer Hagman von besonderer Bedeutung ist, dürfte klar sein. In einem aktuellen Statement hieß es diesbezüglich:

“Wir sind die meist geschätzte Marke auf unserem Heimatmarkt Schweden, wo wir mit unseren eigenen Technologien gut aufgestellt sind. Außerdem haben wir große Fortschritte in Bezug auf verantwortungsbewusstes Spielen und Compliance gemacht und planen neue Casino-Marken auf den Markt zu bringen.”

Belebtes Geschäft durch Akquisitionen

Ein weiteres Umsatz-Standbein bildet das im März 2018 erworbene britische Marketing-Unternehmen Rocket X, das 32,7 Mio. Euro Umsatz generierte, was über zehn Prozent der Gesamtumsätze im Q4 2018 ausmacht. Obendrein sorgte das bereits im November 2017 erworbene Online Casino Royal Panda in den letzten drei Monaten vergangenen Jahres für einen 13-prozentigen Umsatzanstieg.

Das Q4-Ergebnis wurde zudem durch eine Zunahme der Einlagekunden gestützt, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent und gemessen am Vorquartal um drei Prozent anstieg. Der Netto-Glücksspielumsatz (NGR) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent und um fünf Prozent im sequenziellen Vergleich zwischen Q3 zu Q4. Die Anstiegskurve des NGR fiel hier etwas geringer als im Bereich Einlagen aus, was laut Pressemitteilung des Unternehmens durch einen niedrigeren Hold und eine geringere Spielmarge in den Vergleichsperioden begünstigt wurde.

Im Hauptgeschäftszweig machte das klassische Casinospiel im Q4 77 Prozent des gesamten Bruttospielertrags aus. In puncto Live-Casino stiegen die Umsätze um 14 Prozent. Der Bereich Sportwetten wuchs indessen um insgesamt neun Prozent.

Neuer Compliance-Chief seit Dezember

Mit Avshalom Lazar hat LeoVegas im Rahmen seiner globalen Ausdehnung bereits Mitte letzten Dezember einen neuen Compliance-Chef und Legal Officer ernannt. Lazar wird folglich sicherstellen, dass sämtliche Gesetzesgrundlagen und Handelsbestimmungen auf allen regulierten LeoVegas-Märkten in vollem Umfang eingehalten werden.

Der frühere Fortuna Entertainment-Mitarbeiter wird seine neue Position laut Pressemitteilung ab April 2019 antreten. Im Bereich Recht und Regulierung verfügt Lazar über jahrelange Erfahrung: Neben seiner Tätigkeit für den osteuropäischen Anbieter Fortuna, war er bereits für den globalen Online-Giganten 888 im Einsatz. Besonders mit Blick auf den neu regulierten Markt Schweden ist Lazars Einstellung für LeoVegas von höchster Bedeutung.

In der Einhaltung regulärer Bestimmungen sieht CEO Hagman an dieser Stelle keine Einschränkung, sondern einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Richtlinien und Anforderungen müssen demzufolge „gleichzeitig umgesetzt“ werden, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen, so das abschließende Kredo des Geschäftsführers.

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