Der auf Malta lizenzierte Buchmacher Kambi ist einen Multi-Channel-Sportwett-Deal mit dem in Connecticut, USA, ansässigen Glücksspielunternehmen Mohegan Sun Casino & Resort eingegangen. Laut Vertrag wird Kambi sowohl ein Online-Sportsbook als auch ein On-Property-Sportsbook für das Mohegan Sun Casino in Connecticut bereitstellen.

Das Mohegan Sun Casino in Uncasville, Connecticut.

Das Mohegan Sun Casino in Uncasville, Connecticut, ist ein Glücksspielresort der Superlative.

Mohegan Sun nur der Anfang?

Mit dem Deal hat Kambi hat seine Präsenz auf dem frisch-regulierten US-Sportwettmarkt ausgebaut: Das Abkommen mit dem Casinoresort-Betreiber Mohegan Sun sieht vor, dass Kambi zunächst sein Sportwett-System in die iPro-Gaming-Plattform von Mohegan Sun integrieren wird, um somit ein kostenloses Sportwett-Produkt anzubieten. Infolge planen die Partner das Angebot, den staatlichen Marktvorschriften entsprechend, auf Real-Money-Dienstleistungen auszudehnen.

Die Idee hinter der Einführung von sogenannte Free-to-Play-Wetten besteht laut Kambis CEO Kristian Nylén darin, den Kunden des Mohegan Sun Casinos somit vorerst dabei helfen zu können, sich mit Sportwett-Produkten vertraut zu machen, bevor die Möglichkeit mit echtem Geld zu spielen eingeführt wird.

Zum Verständnis: Seit der PASPA-Aufhebung durch den obersten Bundesgerichtshof im vergangen Mai obliegt die Regulierung von Sportwetten in den USA den einzelnen Bundesstaaten. Mehrere US-Länder haben derweil bereits entsprechende Gesetzesnovellen für regulierte Sportwetten erlassen, darunter Nevada, New Jersey, Pennsylvania und Mississippi.

Ähnlich wie im Staat New York, wird die Regulierung im rund 3,6 Mio. Einwohner zählenden Bundesstaat Connecticut innerhalb des zweiten Quartals des Jahres erwartet. Eine Reihe von Regulierungsmaßnahmen wird derweil von der Legislative des Landes überprüft. Dass die Gesetzgeber grünes Licht erteilen, steht für Kambis CEO Kristian Nylén dabei jedoch außer Frage. Der Geschäftsführer plant derweil gar schon weitere Expansionen, im Wortlaut heißt es:

“Mit Mohegan Sun arbeiten wir nicht nur mit einem der beiden größten Casinos in Connecticut zusammen, sondern auch mit einer der führenden Spiel- und Unterhaltungsdestinationen im ganzen Land, das bietet für uns die optimale Basis.”

In der Tat hat Kambi binnen letzter Monate bereits eine Fülle neuer Partnerschaften besiegelt, um seinen Wachstumskurs in den USA voranzutreiben. Unter anderem wurde bereits im Januar ein Deal mit dem weltbekannten Parx Casino in Pennsylvania unter Dach und Fach gebracht. Außerdem steht eine schon im Dezember 2018 beschlossene Partnerschaft mit dem ebenfalls in Pennsylvania ansässigen Casinobetreiber Rush Street Gaming in den Startlöchern.

In diesem Sinne freut sich nun natürlich auch Aviram Alroy, Mohegan Sun Vizepräsident im Bereich Interaktive Spiele, über den Deal mit dem namhaften europäischen Buchmacher. Alroy betont an dieser Stelle insbesondere die technologische Überlegenheit des Kambi-Sportwettprodukts, in einer Pressemitteilung des Unternehmens heißt es hierzu:

“Das Ziel von Mohegan Sun ist es, unsere Marke und unsere starke Präsenz in unserem Bundesstaat zu nutzen. Nach einem langen Überprüfungsprozess haben wir festgestellt, dass Kambi das Beste am Markt ist, um unser Programm zu ergänzen. Kambi verfügt über das fortschrittlichste und umfassendste Sportbuch überhaupt.”

Indigenes Glücksspielunternehmen

Wie der Name Mohegan Sun bereits vermuten lässt handelt es sich bei dem Betreiber um ein sogenanntes indigenes Glücksspielunternehmen, das heißt, der Betrieb wird seit seiner Gründung im Jahr 1996 von nordamerikanischen Ureinwohnern geführt. Das über 300.000 Quadratmeter umfassende Casino in Connecticut bietet neben landbasierten Casino-Services zudem einen international bekannten Pokerraum sowie verschiedene Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Seither ist das Casino- und Spielehaus das unverkennbare Wahrzeichen der ebenfalls von Indianern geführten Dachgesellschaft Mohegan Gaming & Entertainment (MGE).

Neben dem Unternehmen Mashantucket Pequot Tribe ist Mohegan Sun einer von nur zwei indianischen Betreibern, die in Connecticut überhaupt Glücksspiele anbieten dürfen. Da die beiden Unternehmen über eine Sondervereinbarung mit dem Bundesstaat verfügen, muss für jede zukünftige Gesetzgebung in puncto Wettspiele ein neuer exklusiver Vertrag entwickelt werden, um somit eine landesweite Einführung zu ermöglichen.

Deal mit NYCFC schon Anfang März

Dass der laut Schätzungen milliardenschwere US-amerikanische Sportwettmarkt seit der PASPA-Aufhebung hart umkämpft wird, ist kein Geheimnis. In diesem Kontext wurde erst Mitte März ein strategischer Deal zwischen dem Major League Soccer-Club New York City FC (NYCFC) und Mohegan Sun bekannt gegeben. Die Zusammenarbeit läuft unter dem Motto „Geld, das man nicht kaufen kann“ und soll sowohl Sportfans als auch Wettkunden neue Spielmöglichkeiten eröffnen, sobald New York eine entsprechende Gesetzesnovelle verabschiedet hat.

Infolge des Deals avanciert Mohegan Sun somit zum ersten offiziellen Glücksspielpartner eines US-amerikanischen Fußballteams überhaupt – dass Mohegan folglich sogar eine eigene Sportwett- und Unterhaltungslounge im Heimstadion des Vereins eröffnen wird, verwundert kaum.

Der Deal zwischen Mohegan und dem NYCFC hat gut Gründe, denn der US-amerikanische Fußball erfreut sich zurzeit auch allgemein immer mehr Beliebtheit, allen voran die höchste nordamerikanische Profifußballliga MLS (Major League Soccer). Ein Fazit bezüglich der Entwicklungen zog zuletzt MLS-Kommissar Don Garber: Die Liga sei nun „bereit für Sportwetten“, so das Kredo des Vorsitzenden, der darüber hinaus Vorteile sowohl für Fans als auch für Vereine sieht. Im Wortlaut hieß es:

“Wenn die Fans auf ihre Vereine setzen wollen, dann wollen wir dies zukünftig regelkonform verwalten und organisieren. So können wir Steuereinnahmen generieren und uns die Liga als Marketinginstrument zunutze machen. Außerdem können wir unsere Sportler und Vereinen dadurch stärker mit den Fans in Kontakt bringen.”

Der Wettbewerb um die lukrativsten Marktanteile auf der anderen Seite des großen Teichs scheint hiermit also nach wie vor in vollem Gange zu sein. Ob und in wie weit sich nun auch die MLS in die Riege der sogenannten Big 4 (NFL, NBA, NHL und MLB) der US-amerikanischen Sportwelt eingliedern kann, bleibt vorerst abzuwarten. Ebenso auch die weiteren Entwicklungen am hiesigen Sportwettmarkt.

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