Der US-amerikanische Casinogigant Caesars Entertainment hat den derzeitigen Affinity Gaming-Geschäftsführer Anthony Rodio zu seinem neuen CEO ernannt. Der scheidende Caesars-Chef Mark Frissora wird sein Amt noch im April niederlegen. Der global agierende Konzern befindet sich aktuell in einer historischen Umstrukturierungsphase.

Der Caesars Palace in Las Vegas.

Der Milliardär Carl Icahn befürwortet aktuell den Verkauf des legendären Unternehmens Caesars.

Über 40 Jahre Erfahrung

Caesars Suche nach einem neuen CEO ist beendet: Der in Las Vegas stationierte Glücksspielkonzern hat mit Anthony Rodio einen neuen Geschäftsführer bekannt gegeben. Rodio wird sein neue Position noch innerhalb der nächsten 30 Tage beziehen und zudem einen Platz im Verwaltungsrat des Marktriesen einnehmen. Er ersetzt damit Mark Frissora, der seit Juli 2015 als CEO und Vorstandsvorsitzender von Caesars im Einsatz war und im November 2018 seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte.

Frissora hatte ursprünglich angekündigt seine Tätigkeiten bei Caesars bereits bis zum 8. Februar niederzulegen. Sein Ausstieg erfolgt nun leicht verzögert, da die Suche nach einem Nachfolger länger dauerte als erwartet. Der neue CEO Anthony Rodio wird folglich am Hauptsitz des Betreibers in Las Vegas ansässig sein und über vier Jahrzehnte Erfahrung mit ins Team bringen. Seit Oktober 2018 ist Rodio als CEO bei Affinity Gaming im Einsatz.

Vor seiner Zeit bei dem in Paradise, Nevada, stationierten Casinokonzern war Rodio bereits Präsident und CEO von Tropicana Entertainment. Hier leitete er große Kapitalprojekte, unter anderem war Rodio für die vollständigen Renovierung des Tropicana Resorts in Atlantic City verantwortlich. Darüber hinaus beaufsichtigte er das Umsatzwachstum und verbesserte die Finanzergebnisse des Unternehmens erheblich. Unter Rodio erzielte Tropicana ein Nettoumsatzwachstum von mehr als 50 Prozent.

Vor seiner Karriere als Geschäftsführer von Tropicana war Rodio vorwiegend mit der Verwaltung von einzelnen Immobilien mehrerer großer Glücksspielunternehmen betraut – unter anderem unterstanden ihm das heute zu Caesars gehörende Harrah’s Entertainment, das Trump Marina Hotel Casino in Atlantic City (heute: Golden Nugget) sowie das Atlantic City Hilton Casino Resort. Dazu kommen mehrere Etablissements des in Pennsylvania ansässigen Konzerns Penn National Gaming, der vorwiegend für seine Rennstrecken und Hollywood Casinos bekannt ist.

Bewunderung für Caesars

Dass Anthony Rodio angesichts seiner beachtlichen Karriere genug Kompetenz zur Leitung eines Marktgiganten wie Caesars mit sich bringt, steht außer Frage. Dennoch zeigte sich der angehende Geschäftsführer gegenüber der US-amerikanischen Presse ebenso fasziniert wie beeindruckt von den gewaltigen Ausmaßen des global agierenden Megakonzerns und verwies daher bereits auf künftige Herausforderungen. Im Wortlaut hieß es:

“Ich habe Caesars schon lange bewundert und bin optimistisch in Bezug auf die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Unsere gesamte Branche befindet sich in einer Zeit des Übergangs und neuer Möglichkeiten. Ich freue mich darauf, das außergewöhnliche Team von Caesars durch die nächsten Phasen des Wachstums, der Innovationen und der Wertschöpfung zu führen.”

Unterstützung und Zuspruch findet Rodio hierfür bei niemand geringerem als James Hunt, dem aktuell amtierenden Vorstandsvorsitzenden von Caesars. Hunt verwies in diesem Kontext abermals auf die außergewöhnlichen Qualitäten des neuen Geschäftsführers und betonte seine Zuversicht durch die Entscheidung auch die Aktionäre des Konzerns zufrieden zu stimmen. Hunt hierzu im Zitat:

“Anthony ist ein hochqualifizierter Manager, der im Verlauf seiner Karriere unsere Branche erfolgreich mit aufgebaut hat. Wir sind zuversichtlich, dass er über die nötige Vision und Erfahrung im operativen Bereich verfügt, unser Managementteam zu führen, unsere Gäste zu erfreuen und einen Mehrwert für Aktionäre und andere Interessengruppen zu schaffen.”

Umstrukturierungen im Management

Rodios Kompetenzen kann Caesars zurzeit gebrauchen, denn die Zukunft des Konzerns steht bei aller Omnipräsenz am Markt derweil auf schwankenden Säulen: Laut Berichten des Magazins Forbes hat Caesars unlängst ein spezielles Transaktionskomitee eingerichtet, das eine Evaluierung des Unternehmens vornehmen soll.

Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Bewertung des Unternehmens, im Zentrum steht die Frage, ob und wie der Betreiber seinen Unternehmenswert zukünftig als unabhängiges öffentliches Unternehmen steigern kann. Es wird gar die Möglichkeit einer Fusion oder eines Verkaufs von Caesars Entertainment in Erwägung gezogen, was hauptsächlich von Seiten des Großinvestors und Aktionärs Carl Icahn befürwortet und vorangetrieben wird.

Der Milliardär hat seinen Anteil an der Caesars Entertainment Corporation zuletzt auf 15,53 Prozent aufgestockt, womit Icahn 104.975.363 Aktien des Unternehmens hält. Gleichzeitig hat der Investor den Verkauf oder die Fusion des Unternehmens forciert. Er argumentiert damit, dass seine Caesars-Aktien im Wertvergleich zur Konkurrenz „unterdurchschnittlich“ seien, im Umkehrschluss sei eine Fusion oder der Verkauf des Unternehmens für alle Shareholder von Vorteil.

In der Tat fielen die Aktien von Caesars an der New Yorker Wallstreet im vergangenen Jahr um ganze 31,36 Prozent. Eine weitere Absackung um 1,27 Prozent ist Anfang März diesen Jahres erfolgt.

Auf Grund seines hohen Anteils will Icahn zukünftig vermehrt in die Zukunftspläne des Unternehmens miteinbezogen werden. Ein Trio von Führungskräften – die bereits für Icahn tätig waren – werden das Caesars Board demnach künftig ergänzen. Berichten zufolge hatte Icahn auch schon Anthony Rodio als heißen CEO-Kandidaten vorgeschlagen, um den scheidenden Frissora als Geschäftsführer zu ersetzen.

Es kann folglich damit gerechnet werden, dass auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung über die Zukunft des Casinogiganten Caesars entschieden wird. Ein Termin für die Versammlung steht bislang noch aus. Die weiteren Entwicklungen bleiben an dieser Stelle abzuwarten.

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